Wagst du den nächsten Schritt deiner Cheer-Karriere?

next level of cheer

Lesezeit: 5 Minuten.

Letzte Woche haben wir uns die positiven Einflüsse angeschaut, die Cheerleading auf dein Leben haben kann. Heute möchte ich herausfinden, was es braucht, damit man von dem Sport so richtig profitieren kann.

Cheerleading ist für Jeden

Wie stellst du dir den Körper einer Ballerina vor? Oder von einem olympischen Gewichtheber? Wie steht’s mit Basketballspielern? Diese Sportler haben gewisse Attribute, die sie auszeichnen. Sei das ein schmaler Körperbau, massige Muskeln oder aussergewöhnliche Grösse. Ein 1.60 m grosser Mann hat kaum Chancen, Profi-Basketballer zu werden.

Im Cheerleading ist das anders. Wir können jeden Körperbau brauchen. Ich glaube fest daran, dass aus rein physischer Sicht jeder Mensch im Cheerleading erfolgreich sein kann. Das heisst aber nicht, dass es für jeden gleich einfach ist.

Dein Körpertyp bestimmt bis zu einem gewissen Grad, für welche Position du geeignet bist. Glücklicherweise sind die Ansprüche für jede Position anders, weshalb jeder sein Plätzchen finden kann. Ein 1.80 m grosses Mädchen (nennen wir sie doch Angie) ist prädestiniert für eine Position als Back Spot. Was aber, wenn Angie so dürr und unsportlich ist, dass sie kaum ihr eigenes Gewicht im Handstand halten kann? Das kann trotzdem klappen, aber sie wird viel mehr Zeit in ihren Körper investieren müssen als jemand, der bei der gleichen Grösse mit einer athletischen Figur anfängt. Es ist also nicht Angies Körper, der sie einschränkt, sondern ihre Einstellung zum Training.

Wie weit bist du bereit zu gehen?

Unser Back Spot Angie könnte wahrscheinlich auch ohne viel Aufwand stunten, nur schon wegen ihrer Grösse. Wenn sie nach einem Hobby sucht, dass sie hin und wieder ausüben kann, wird sie mit ein paar Mädchen auf demselben Niveau zusammengestellt und kann mit ihnen viel Spass haben. In den meisten (wenn nicht in allen) Schweizer Vereinen ist das problemlos möglich.

Was aber, wenn Angie mehr will? Sie möchte mit dem ganzen Team antreten und Meisterschaften bestreiten. Keine Angst, Angie – auch das kannst du machen. Aber es braucht Zeit, Aufwand und sehr viel Engagement, wenn man in einem Top-Team glänzen will. Bis jetzt habe ich aber noch nie jemanden gesehen, der mit Leib und Seele dabei war, und damit keinen Erfolg hatte! Wir sind mit unserem Sport gerade an einem genialen Punkt. Selbst wenn man erst mit 20 anfängt hat man die Chance, an Schweizermeisterschaften teilzunehmen oder sogar zu den Weltmeisterschaften zu gehen. Dir stehen alle Türen offen. Du musst nur noch den Schritt wagen.

Was es braucht, um grossartig zu sein

Wenn du Teil eines Top-Teams sein willst, muss Cheerleading für dich an oberster Stelle stehen. Es gibt nahezu keinen guten Grund, um ein Training zu verpassen. Du wirst Geburtstagspartys verpassen, zu spät zu Familienfesten kommen und vielleicht sogar Ferien absagen. Du musst Verantwortung übernehmen und dein Leben ums Training herum planen. Leider kannst du auch im Cheerleading nicht erwarten, irgendwann an eine Weltmeisterschaft zu gehen, wenn du dafür nichts opfern willst.

Zusätzlich zu den 2-3 Trainings, die du mit deinem Team jede Woche hast, wirst du zuhause Workouts machen und dehnen müssen. Ein zusätzliches Tumbling-Training pro Woche schadet auch nicht. Natürlich kannst du die Workouts so gestalten, dass sie dir Spass machen. Geh schwimmen, velofahren, wandern oder Trampolin springen. Aber sei dir bewusst dass, wenn du ein gewisses Level anstrebst, 2-3 Trainings die Woche nicht ausreichen.

Pass generell gut auf deine Gesundheit auf. Ein verletzter Cheerleader ist keine Bereicherung für das Team und kann sein volles Potenzial nicht ausschöpfen. Sei schlau mit deinem Training. Wenn du eine Verletzung am Fuss hast, komm trotzdem zum Training und mach Workouts für deine Arme und deinen Oberkörper. Nimm auch deine Ernährung genau unter die Lupe, damit du einen optimalen Muskelaufbau hast und gesund bleibst.

Auch deine mentale Gesundheit spielt eine grosse Rolle. Cheerleading ist zu 60% kopfsache. Arbeite an deiner Balance, deinem Selbstvertrauen und schau, dass du stabil und ausgeglichen bist. Nur so hältst du dem Stress der Saison stand.

Das klingt jetzt aber ein bisschen übertrieben.

Ich möchte nochmal erwähnen, dass jeder Cheerleading machen kann, ohne all das zu befolgen. Wenn du deinem Coach anfangs Saison sagst: «Momentan möchte ich einfach Spass haben und neue Dinge entdecken. Ich will nicht wie verrückt trainieren,» dann bedankt sich dein Coach für die Ehrlichkeit und stellt dich mit anderen Mitgliedern zusammen, die dasselbe wollen. Mit ihnen kannst du wahrscheinlich auch an Meisterschaften in der Kategorie Groupstunt teilnehmen, und alle sind glücklich!

Falls du dich aber dann dabei erwischst, wie du das Leistungsteam neidisch beobachtest, wenn sie ihre Routine üben, ruf dir in Erinnerung: Viele dieser Leute haben ihr halbes Leben auf Eis gelegt, um auf dieser Matte sein zu können. Sag deinem Coach nie, dass du voll dabei bist, wenn du weisst, dass du einmal im Monat fehlen wirst weil du andere Prioritäten hast. Cheerleading ist definitiv für jeden, aber ein wettkampforientiertes Leistungsteam nicht.

Bist du bereit für den nächsten Schritt?

Ich will wissen, wo ihr steht! Ich für meinen Teil träume davon, dass wir in Europa irgendwann eine Wettkampfszene haben, wie es sie in den USA gibt. Wer träumt schon nicht davon, eine eigene Halle zu haben mit hunderten von Cheerleadern, wo man sich von Level 1-6 Schritt für Schritt hocharbeiten kann!? Das wird natürlich erst möglich, wenn wir genug Leute finden, die bereit sind, die oben beschriebene Arbeit zu leisten. Erzähl doch in den Kommentaren, wieviel Zeit du ins Cheerleading steckst, und füll meine kleine Umfrage aus! Bis nächste Woche!

Wie ist deine Einstellung im Cheerleading?

View Results

Loading ... Loading ...

 

 

Share the passion!